Bücherverbrennung 1933
Flammen gegen die Freiheit – Die Bücherverbrennung
Ein Text von Linus K., Lotta, Josefine, Jonne und Rieke (10c)
Berlin, 11. Mai 1933 – In einer erschütternden Nacht, die wohl als einer der düstersten Momente der Menschheit in Erinnerung bleibt, loderten am Vortag auf den Marktplätzen des Reiches große Flammen. Gestützt durch den Beifall jubelnder Mengen und Soldaten der SA und der SS verbrannten Studenten, Professoren und Nationalsozialisten tausende Bücher, deren Inhalte als „undeutsch“ ¹ betitelt wurden.
Am Berliner Opernplatz, der heute Bebelplatz heißt, warfen junge Männer und Frauen unter der Aufsicht von strengen NS-Funktionären Werke von historischen Schriftstellern wie Heinrich Heine, Erich Kästner, Sigmund Freud und Karl Marx ins Feuer. Mit diesem Akt der Bücherverbrennung soll, so die Initiatoren, ein „geistiger Neubeginn“ geschaffen werden. Doch was gestern in Städten wie Berlin, München und Hamburg passiert ist, war weniger ein Neubeginn als ein Angriff auf die bestehende Politik.
„Wider den undeutschen Geist“
Die Aktion folgte dem Aufruf der Deutschen Studentenschaft und stand unter dem Motto „Wider den undeutschen Geist“. Im Vorfeld hatten nationalsozialistische Gruppen sogenannte „Schwarze Listen“² – lange Verzeichnisse von Autoren, die moralisch, politisch oder kulturell als untragbar galten. Bücher, die Pazifismus³, Demokratie oder jüdischen Leben thematisierten, wurden ebenso verurteilt, wie Werke moderner Literatur.
Das Pforzheimer Morgenblatt berichtete am 19.06.1933 von der Huldigung der Bücherverbrennung am 17.06.1933. Ein Sprechchor des Bundes Deutscher Mädchen leitete den grausamen Akt ein. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wurde der Bücherhaufen angezündet. Buch für Buch wurde in den lichterloh brennenden Haufen geworfen bis keines mehr übrig blieb. Schließlich sang die gesamte Menschenmenge die sich über die Zeit auf mehrere Tausend angesammelt hatte, den Choral: „Nun danket alle Gott“ und mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ und einem dreifachen „Sieg heil!“⁴ auf den Reichskanzler wurde die Feier beendet.
Erich Kästner war persönlich bei der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz anwesend. 1946 beschreibt er in einem Vorwort, wie die 24 Schriftsteller damals behandelt wurden. Er spricht dort von einer theatralischen Frechheit und von einem merkwürdigen Gefühl ein verbotener Schriftsteller zu sein. Er war als einziger der 24 anderen Schriftsteller heimlich anwesend. Er wollte bewusst Zeuge des Geschehens werden und „sehen, wie sie es machten“. Sein heimliches Beiwohnen wurde später als stille Anklage interpretiert. Alle 24 Schriftsteller wurden ausgetilgt⁵
¹Als undeutsch wurden Werke von jüdischen, sozialistischen und liberalen Autoren/innen bezeichnet.
²Eine Liste, auf der NS-Gruppen verbotene Bücher definierten
³Pazifismus bezeichnet die grundsätzliche Ablehnung von Krieg und Gewalt zur Lösung von Konflikten.
⁴Ein nationalsozialistischer Propagandaruf zur Bekräftigung von Führerkult und Ideologie
⁵Ihnen wurde das Recht ein Buch zu verfassen genommen
Verbrennung “nicht-deutscher” Bücher – 1933
Ein Text von Lara, Sophia und Bea (10c)
Am 10. Mai 1933 fanden in etwa 20 Universitätsstädten gleichzeitig die Bücherverbrennung statt. Studenten, teilweise in SS und SA-Uniformen, verbrannten tausende Bücher von jüdischen, sozialistischen und liberalen Autoren auf dem Opernplatz in Berlin, dabei schauten rund 70.000 Schaulustige zu. Betroffene Autoren waren zum Beispiel Karl Marx, Heinrich Heine und Erich Kästner. Der einzig anwesende Autor von den verbrennenden Büchern bei der Bücherverbrennung war Erich Kästner.
Bereits im März und April fanden Verbrennungen von Dokumenten und Büchern in Gebäuden von linken Parteien und Gewerkschaften statt, die durch die SS und SA ausgeführt wurden.
Am 06.04.1933 veröffentlichte die Deutsche Studentenschaft ein Rundschreiben, in dem die vierwöchige Aktion “Wider den undeutschen Geist” gegen den jüdischen Zersetzungsgeist und für volksbewusstes Denken und Fühlen im deutschen Schrifttum angekündigt wurde.
Sie begannen am 12. April mit dem öffentlichen Anschlag von 12 Thesen und endete am 10.Mai mit öffentlichen Kundgebungen an allen deutschen Hochschulen.
Es wurde eine schwarze Liste veröffentlicht, in der 131 Namen der “schönen Literatur” und 141 Autoren der “politik- und Staatswissenschaften” standen. Diese wurde erstellt, um die Bücher aus dem deutschen Buchhandel zu vernichten. Die Liste wurde an die Deutsche Studentenschaft weitergeleitet, um die Plünderung und Bestände im Buchhandel und in wissenschaftlichen Einrichtungen zu verringern. Darin waren 4.175 Einzeltitel und 565 Verbote von Gesamtwerken festgehalten.
Am 09.05.1933 veröffentlichte die Deutsche Studentenschaft ein Rundschreiben, in dem sie schrieben, dass es in den meisten Fällen nicht möglich sei, alle Bücher zu verbrennen, und dass eine Beschränkung auf das Hineinwerfen der Schriften zweckmäßig sein. Es wurde allerdings nicht ausgeschlossen, dass ein großer Haufen Bücher verbrannt würden. Die örtlichen Veranstalter hatten dabei jegliche Freiheit.
Auch nach dem 10. Mai fanden Bücherverbrennungen durch die Hitlerjugend statt.
Am 17.06.1933 gab es zum Beispiel eine Bücherverbrennung in Pforzheim. Das Ganze wurde durch einen Sprechchor eingeleitet. Der Bücherhaufen wurde unter Klängen des Präsentiermarsches angezündet. Bücher wurden nacheinander in die Flammen geworfen. Die Zuschauer sangen danach den Choral “Nun danket alle Gott”. Die Feier wurde mit dem Lied “Guten Kameraden” und einem dreifachen “Sieg heil” auf den Reichskanzler geschlossen.
Ziel der Bücherverbrennung war die Vernichtung des “deutsch-jüdischen Geistesleben” und das “undeutsche Schrifttum” auszumerzen.





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