Maleens Chaos-Leben (Teil 2)
ALLES PEINLICH
Jetzt klingelte es. Ihr Vater wollte gerade die Tür öffnen, da schrie Maleen: ,,Nein, ich öffne die Tür!“ Maleens Vater musterte sie irritiert. Dann verschwand er in seinem Arbeitszimmer. Maleen drehte sich erleichtert um und öffnete die Tür. Vor ihr stand der Junge, der ihr vorhin den Weg nach Hause gewiesen hatte. ,,Hi, die hast du vorhin bei meiner Haustür liegen gelassen.“ Ben hielt Maleen eine halbgefüllte Brötchentüte vor die Nase. ,,Da-da-danke“, stotterte Maleen und nahm die Tüte entgegen. Der Junge wollte sich gerade verabschieden, da kam Maleens Mutter zur Tür und fragte: ,,Hallo,wer bist du denn?“ Der Junge stellte sich vor und Maleen wünschte, sie könnte im Erdboden versinken. Doch mit dem Satzt: ,,Möchtest du noch zum Essen bleiben?“ wurde sie in die Wirklichkeit zurückgeholt. Sie wollte gerade etwas sagen, da war Ben schon im Haus.
Als alle am Tisch saßen, traute sich keiner etwas zu sagen. Maleen schmierte langsam ihr Brötchen. Ihr Blick blieb dabei nach unten auf ihren Teller gerichtet. Maleens Mutter ergriff als erstes das Wort. Ihre Eltern plauderten den ganzen Morgen mit Ben. Maleen hingegen sprach kein einziges Wort. „Warum sind meine Eltern immer so peinlich?“, dachte sich Maleen. Endlich verließ der Gast das Haus. Maleen ging hoch und verzog sich in ihrem Zimmer.
Der komplizierte Tag war endlich vorbei und Maleen lag schon im Bett. Sie zog sich die Decke über den Kopf. Da hörte sie die vertraute Stimme ihrer Mutter. ,,Maleen bist du noch wach?“, fragte ihre Mutter leise und setzte sich an Maleens Bett. Maleen drehte sich zu ihrer Mutter um und guckte sie an. Aber irgendwas an ihrer Mutter sah anders aus als sonst. Da fiel es ihr auf einmal auf. ,, Ist irgendwas Maleen?“, fragte ihre Mutter. ,,Mama?“, fragte Maleen. ,,Du siehst irgendwie… wie soll ich sagen… dicker aus?!“ ,,Ja mein Schatz. Dein Vater und ich werden es dir morgen beim Frühstück erzählen.“, sagte ihre Mutter und verließ das Zimmer. Maleen schlief vewirrt ein.
DAS GEHEIMNIS
Am nächsten morgen wurde Maleen vom ihrem Wecker geweckt. Sie warf einen Blick auf ihr kleines, klingelndes Etwas auf ihrem Nachttisch. ,,Komisch, warum klingelt er denn jetzt schon?“ Müde trottete Maleen in die Küche, wo ihre Eltern schon auf sie warteten. ,,Guten Morgen, du Schlafmütze“, rief ihr Vater, während er Pancakes vorbereitete. ,,Dein erste Schultag“, rief ihre Mutter begeistert. Ohne etwas zu erwidern, setzte Maleen sich an den Küchentisch. Während sie frühstückte, guckten ihre Eltern sie ernst an. Maleen dachte: „Das kann nichts gutes bedeuten!“ ,,Wir müssen dir etwas sagen“, sagte ihre Mutter mit einem ernsten Ton. Maleens Blick schweifte ungeduldig durch den Raum. Was könnte sie nur als Ausrede benutzen, weshalb sie gehen könnte? Da blieb ihr Blick an der großen Küchenuhr hängen. ,,Oh, schon so spät?! Ich muss zur Schule!“ Erleichtert ging Maleen mit großen Schritten zur Tür. ,, Nicht so schnell Maleen, wir wollten dir doch etwas erzählen.“ Maleen stoppte abruppt und drehte sich zu ihren Eltern um. Ihr Herz klopfte. Was könnte es wohl sein, dass nicht bis später warten kann? ,,Maleen, dich erwartet ein kleines Geschwisterkind!“, sagte Maleens Mutter aufgeregt.
Maleen sagte gar nichts. Sie schnappte sich ihren Rucksack und knallte die Tür hinter sich zu. Ohne zurück zu schauen, rannte Maleen zur Schule. Maleen wusste nicht, was sie davon halten sollte. Es kam zu plötzlich.
Endlich erreichte sie den Pausenhof der Schule, wo bereits viele Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen versammelt waren. Jetzt war Maleen sehr aufgeregt. Es war schließlich ihr erster Schultag. Fünf Minuten später klingelte es zum Unterrichtsbeginn und alle rannten ins Schulgebäude.
DER ERSTE SCHULTAG
Maleen wollte ebenfalls gehen, als sie plötzlich ein wildes Klingeln hinter sich hörte. Sie wollte sich gerade umdrehen, als sie auf einmal umgestoßen wurde. Eine Sekunde später lag Maleen auf dem Boden. Gerade wollte sich Maleen aufrappeln, als ihr eine Hand entgegengestreckt wurde. Maleen griff dankbar nach der Hand und rappelte sich auf. ,,Hey, sorry dass ich dich umgefahren habe, ich war zu schnell.“, sagte eine Stimme. Erst jetzt bemerkt Maleen, wer vor ihr stand. Es war ein Mädchen mit roten, lockigen Haaren und einer Sonnenbrille auf der Nase. Sie trug bunte Kleidung und lächelte Maleen mit einem schiefen Grinsen an. ,,Äh, ne, alles gut“, sagte Maleen. ,,Übrigens heiße ich Ronja“, berichtete das Mädchen. ,,Ah, ich heiße Maleen“, sagte Maleen. ,,Ich glaube, wir sollten zum Unterricht gehen“, meinte Ronja. Die beiden Mädchen liefen schnell den langen, leeren Flur entlang. Währenddessen tauschten sich die beiden aus und fanden herraus, dass sie in der selben Klasse sind.
Maleen klopfte mutig an die Tür der Klasse 7c. Ein paar Sekunden später wurde die Tür von einer Dame geöffnet. Sie hatte graue, hochgesteckte Haare, trug eine strenge Brille auf der Nase und guckte Ronja mahnend an. Dann sagte sie mit einer ernsten Stimme:,, Ronja, du hast mir doch versprochen, nicht wieder zu spät zu kommen.“ Maleen merkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Ronja wirkte unsicherer als vorhin auf dem Schulhof. Also probierte Maleen eine passende Ausrede zu finden. ,,Äh… sie hat mich zum Klassenraum geführt. Ich war spät dran und wusste nicht, wo ich hin muss. Also hat Ronja auf mich gewartet und ist mit mir zusammen hier hin gegangen“, sagte Maleen. ,,Aha, na dann lasse ich euch dass nochmal durchgehen. Du musst dann wohl die neue sein. Wilkommen in der Klasse 7c. Wie heißt du denn?“, fragte die Lehrerin mit einem etwas sanfterem Blick. Das war doch schonmal ein gutes Zeichen. ,,Ich bin Maleen.“

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