Maleens Chaos-Leben ( Teil 3 )

DIE GIRLS CLIQUE

 

Ronja: ,,Sorry Maleen, ich habe schon Anne-Marie versprochen, dass ich neben ihr sitze.“ Also blieb Maleen nichts anderes übrig als sich neben ein anderes Mädchen zu setzten.

,,Wieso sitzt du denn jetzt hier?“, fragte das Mädchen mit einer angewiderten Stimme. Mallen wurde knallrot. Bevor Maleen antworten konnte, sprach das Mädchen weiter: ,,Hier sollte meine Freundin sitzten, setzte dich doch neben den Jungen da. BEN.“ Maleen erkannte ihn sofort wieder. Der Ben, der Maleen den Weg zurück nach Hause gewiesen hatte, der Ben, der uns die Brötchentüte zurück gebracht hatte und der Ben, der bei dem peinlichsten Frühstück der Welt dabei war. Neben ihn sollte Maleen sich jetzt setzten? NIEMALS!!! Aber was blieb ihr denn anderes übrig? Maleen ist neu in der Klasse und kann doch nicht am ersten Tag zur Bestimmerin werden und einem anderen Mädchen den Sitzplatz wegnehmen. ,,Okay.“, mummelte Maleen also leise und wollte gerade aufstehen, um sich neben Ben zu setzten, da erwiderte die Lehrerin aber: ,,Maleen, du kannst gerne heute neben Rebecca sitzen bleiben. Ihre Sitznachbarin Luise ist heute sowieso nicht da.“ Und irgendwie fand Maleen das gut, obwohl diese Rebecca nicht so nett wirkte. Wie peinlich wäre es bitte jetzt, noch mehr mit Ben zu tun zu haben?

45 Minuten später klingelte es dann auch schon zum Unterrichtende und zum Pausenanfang. Maleen wusste nicht, ob sie zu Ronja und Anne-Marie gehen sollte um mit ihnen die Pause zu verbringen. Sie wollte ja jetzt nicht einfach dazwischen treten. Auf gar keinen Fall sollte es so wirken als ob Maleen sie auseinander bringen will. Damit hatte sie nämlich schon Erfahrung. Und es war furchtbar, einfach seine beste Freundin zu verlieren. Also hat es doch auch Vorteile, dass Maleen jetzt hier zur Schule geht. ,,Hey.“, sagten dann aber zwei Stimmen hinter ihr gleichzeitig. Schnell drehte Maleen sich mit einem erschrockenem Blick um. Und wenn man vom Teufel spricht… naja, eher wenn man vom Teufel denkt. Dort standen Ronja und Anne-Marie. ,,Oh Hallo.“, sagte Maleen schüchtern. ,,Sollen wir dir vielleicht die Schule zeigen?“, fragte Anne-Marie mit einem freundlichen Grinsen im Gesicht. Und eigentlich war das eine gute Idee. ,,Aber darf man in der Pause reingehen?“, fragte Maleen dann und sie wusste überhaupt nicht, warum sie das gefragt hat, denn wenn sie das jetzt checken und ihnen das nicht egal ist, kann sie jetzt nichts mit den beiden machen. ,,Ach, ist doch egal. Wir lassen uns einfach nicht erwischen.“, sagte Ronja. Und das klang zwar nicht so überzeugend, aber zumindest konnte sie jetzt etwas mit den beiden machen. Und so lernte Maleen doch die Schule auch noch ein bisschen kennen. ,,Na, dann los.“ sagte Maleen.

Und so liefen die drei ins Schulgebäude durch den Eingangsflur und die langen Treppen hoch. Anne-Marie tat als wäre sie eine Führerin auf einer Erlebnisstour oder so. Und das war total lustig. ,,Hier rechts sehen sie die Bibliothek wo nur die Streber ihre Zeit verschwenden.“, sagte Anne-Marie und verstellte ihre Stimme dabei zu einer tiefen und lustigen Männerstimme. ,,Hey, ich lese gerne.“, sagte Ronja beleidigend. ,,War doch nur ein Spaß.“, sagte Anne-Marie und stieß Ronja leicht mit dem Ellenbogen in ihre Seite. Gerade wollte Anne-Marie weiter reden, doch plötzlich ertönte eine andere Stimme ein paar Mette von ihnen entfernt. ,,Hey, Kinder, ihr wisst ganz genau, dass ihr in der Pause draußen sein sollt.“, sagte der Lehrer. Und er klang sehr wütend. ,,Oh nein, Herr Winter, der strengste Lehrer der Schule.“, kreischte Ronja. Die beiden rannten los und ich rannte automatisch mit ihnen mit. Es wirkte wie eine Verfolgungsjagt durch die ganze Schule. Und so war es eigentlich auch. Die drei liefen nur so ungefähr 15 Meter vor dem angeblich so strengen Lehrer. Sie liefen kreuz und quer bis sie eine Idee hatten. ,,Los schnell in die Bücherrei der Schule. Vielleicht können wir uns dort verstecken.“, flüsterte und keuchte Anne-Marie zugleich. Gesagt, getan. Sie liefen eine Treppe hoch, dann nach rechts und dort befand sich auch schon die Bücherreich. Eigentlich wird ja in der ganzen Schule nicht gerannt. Das gilt auch für die Bücherrei. Aber da Pause war, war sowieso keiner in der Bücherei. Das war auch der Grund, warum Anne-Marie jetzt an der Tür rüttelte und sie nicht auf ging. ,,ABGESCHLOSSEN?!“, fragte Maleen, aber gleichzeitig wusste sie auch die Antwort, denn in der Pause gab es eigentlich keine Lehrer, die freiwillig auf ihre Pause verzichteten. Und das galt anscheinend auch für die Bibliothekare. Herr Winter kam jetzt immer und immer näher. Wir würden einen riesen Ärger bekommen, wenn er uns erwischt. ,,Jetzt habe ich euch!“, rief der Lehrer siegessicher. Und man konnte genau hören, dass er wirklich der strengste Lehrer war. ,,Kommt mit, ich habe eine Idee.“, rief Ronja gerade noch rechtzeitig, denn genau als wir uns in Bewegung setzten, erreichte der Lehrer die letzte Treppenstufe. ,,Wo gehen wir hin?“, fragte Anne-Marie. Und gehen war absolut die falsche Definition von dem, was wir gerade machen. Wir rannten. Nein, wir sprinteten um unser Leben. ,,Hier lang!“, rief Ronja und bog scharf rechts ab. Irgendetwas kramte sie hastig aus ihrer Tasche. ,,Mach schon Ronja.“, eilte Anne-Marie. ,,Jetzt!“, rief Ronja laut. Sie zog einen Schlüsselanhänger hervor, an dem sehr sehr viele Schlüssel hingen und schloss damit die kleine Tür vor den Mädchen auf. Sie war viel kleiner als die ganzen andern Türen hier im Gebäude, die zu den verschiedenen Räumen führten. Fast zu übersehen. Die Tür öffnete sich jetzt mit einem leisen Quietschen. ,,Kommt schnell.“ Ronja hielt den anderen die Tür auf und die beiden ließen es sich nicht zweimal sagen. Schnell betraten Anne-Marie und Maleen den Raum hinter der Tür und Ronja kurz nach ihnen. Schnell schloss sie die Tür von innen wieder ab, nachdem sie das Zimmer nach den anderen betreten hatte. Gerade rechtzeitig, denn durch das verspiegelte Fenster konnte man jetzt sehen, wie der Lehrer verwirrt in den Gang schaute, in dem die drei bis eben noch gestanden haben. Also drehte er sich um und ging den gleichen Weg erschöpft zurück, den sie gekommen waren. Anne-Marie, Ronja und Maleen lachten und hatten jetzt endlich Zeit zu schauen, wo sie sich überhaupt befinden. Ronja wusste es natürlich schon, denn sie hatte immerhin den Schlüssel des Raumes. Als die drei sich umdrehten, machten Anne-Marie und Maleen große Augen, denn was sie dort sahen, war zumindest für Maleen unfassbar.

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